23. Juni 2022 | Aus dem Landtag, Jugend, Klima, Rede

Krisenmanagement in Brandenburg weiterentwickeln

Meine Rede zur Aktuellen Stunde auf Antrag der CDU-Fraktion „Bedrohung, Bereitschaft und Bevölkerungsschutz. Krisenmanagement für Brandenburg weiterentwickeln“ vom 23.06.2022. Ihr könnt euch meine Rede auch beim rbb ansehen.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren!

Wissen Sie, wie es ist, Ihr Zuhause zurückzulassen, nicht wissend, ob Sie es überhaupt wiedersehen werden? – Ich weiß es nicht. Dafür bin ich sehr dankbar. Aber das ist eine Frage, die sich einige Brandenburgerinnen und Brandenburger am Wochenende stellen mussten. Solche Fragen werden sich Menschen hier in Brandenburg und auf der ganzen Welt in Zukunft öfter stellen, denn die Klimakrise wird Wetterextreme wie die Trockenheit und die Hitze, die wir am Wochenende erlebt haben, weiter verschärfen und öfter auftreten lassen. Das befördert auch Waldbrände in ihrer Dimension und in der Häufigkeit, in der sie auftreten.

Das spüren wir hier in Brandenburg. Gleichzeitig erleben wir die entscheidenden Jahre, in denen wir uns als Gesellschaft und Politik noch den Flammen der Klimakrise entgegenstellen können. Das bedeutet konkret, in Brandenburg den zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben, und zwar nicht mehr nur, weil wir gegen die Klimakrise kämpfen, sondern auch, weil der Ausbau der erneuerbaren Energien eine ganz andere sicherheitspolitische Dimension erreicht hat, wie wir gerade in der aktuellen Krise stärker denn je merken.

(Beifall B90/GRÜNE sowie vereinzelt SPD)

Sicherheit heißt inzwischen auch, dass wir ambitionierten Klimaschutz gesetzlich festschreiben müssen. Das heißt im Zusammenhang mit Waldbränden ganz besonders, dass wir die Umsetzung der Generationenaufgabe Waldumbau beschleunigen und dafür unter anderem ein Jagdgesetz auf den Weg bringen müssen. Ich lade alle herzlich ein, sich in diesem Landtag in den Dialog einzubringen, damit wir den Waldumbau auf den Weg bringen können.

(Beifall B90/GRÜNE)

Nur so werden wir den Brandenburger Wald zu einem klimastabilen Wald umbauen können. Ja, wir sind fraktionsübergreifend allen Einsatzkräften sehr dankbar, dass sie sich am Wochenende den Flammen entgegengestellt haben und sie noch immer bekämpfen. Aber wir sind es ihnen auch schuldig, die Ursache anzugehen. Ja, das wird Jahre, Jahrzehnte dauern. Wir werden die Folgen des Waldumbaus nicht morgen erleben. Aber wann sollen wir es angehen, wenn nicht jetzt? Denn wenn wir es nicht jetzt angehen, wird es immer länger dauern. Mit jedem Tag, den wir warten, dauert es länger, die Folgen der Klimakrise zu bekämpfen.

(Beifall B90/GRÜNE und SPD sowie des Abgeordneten Dr. Redmann [CDU])

Ich will deutlich sagen: Das sind wir den Brandenburgerinnen und Brandenburgern schuldig. Das sind wir der jüngeren Generation schuldig. Das sind wir allen Menschen auf dieser Welt schuldig. Das sind wir vor allem aber den noch folgenden Generationen schuldig.

Herr Adler hat es schon gesagt; zum Abschluss will auch ich kurz sagen – ich habe leider nicht mehr viel Redezeit übrig -: Wir sind der jüngeren Generation gegenüber auch dafür verantwortlich, wie wir jetzt mit ihr umgehen. Angesichts der aktuellen Debatte zum Pflichtjahr möchte ich Sie alle ganz herzlich bitten: Gehen Sie in Ihre Wahlkreise! Sprechen Sie mit den jungen Menschen, die sich im Freiwilligen Ökologischen Jahr jetzt schon für den Klimaschutz engagieren, aber auch mit denen, die sich im sozialen oder im kulturellen Bereich engagieren! Die jungen Menschen brauchen mehr Unterstützung in ihrem Engagement, sie brauchen mehr Taschengeld und nicht Politikerinnen und Politiker, die ihnen und ihrer Zukunft Steine in den Weg legen, aber auch ihrem Engagement, dem, was sie schon jetzt jeden Tag in Brandenburg leisten. – Herzlichen Dank.

(Beifall B90/GRÜNE, SPD sowie vereinzelt DIE LINKE)

Verwandte Beiträge

Brandenburgs ambitionierte Klimaziele müssen verbindlich werden!

Wasserverlust von 5 Mio. Kubikmetern im Cottbuser Ostsee in diesem Sommer: Bündnisgrüne aus drei Kohleregionen beraten zu Wasserkrise und Kohleausstieg

„Schöner Leben ohne Nazis“ – Stuhlübergabe gegen Rechtsextremismus und Populismus

Den Landesentwicklungsplan mit Leben füllen

Mehr Möglichkeiten schaffen statt Pflicht einführen