30. Juni 2020 | Klima, Pressemitteilung, Sommertour, Wohnen und Bauen

Tag der ökologischen Baustoffe – Vom Acker bis zur Schule

PRESSEMITTEILUNG 30.06.2020

Prenzlau, Zehdenick – Noch in diesem Jahr will der Brandenburger Landtag eine neue Bauordnung erlassen. Im Rahmen ihrer Sommertour „klimafreundliches Bauen und Wohnen“ besuchte die Sprecherin für Bauen und Wohnen der Bündnisgrünen Fraktion im Brandenburger Landtag Ricarda Budke deswegen gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden Benjamin Raschke sowie Sven Hänichen von der IG Naturbau mehrere Standorte für Produktion, Verarbeitung und Anwendung ökologischer Baustoffe.

Dazu sagt sie:
„Naturbaustoffe sind deutlich klimaschonender und können nachhaltig an- und eingebaut werden. Die rechtlichen Voraussetzungen, um sie flächendeckend einsetzen zu können, müssen aber noch besser werden. Dies haben wir heute beim Hanfbauer auf dem Feld, in den Hanffaserfabriken Hanffaser Uckermark und Bioformtex und bei ökologischen Bauprojekten einer Grundschule in Prenzlau sowie eines Strohballenhauses in Gerswalde gesehen. Es ist beeindruckend was in der Uckermark heute schon realisiert wird. Diese Lösungen wollen wir im ganzen Land ermöglichen.

Aus dem Gebäudesektor resultieren 28 Prozent unserer Treibhausgasemissionen in Deutschland. Wir brauchen ein Umdenken im Bausektor für nachhaltigen Klimaschutz! Die Klimabelastung kann durch Stoffe wie Hanf, Lehm, Stroh und weitere deutlich verringert werden – es spart nicht nur CO2, die Stoffe binden sogar CO2 aus der Atmosphäre!

Langfristig sind ökologische Baustoffe sogar günstiger – da sie länger genutzt werden können und nicht als Sondermüll entsorgt werden müssen. Hanf, Holz und Co sind rentabel, wenn man den gesamten Lebenszyklus von der Herstellung über die langlebige Nutzung bis zur Entsorgung betrachtet. Ich freue mich auf die Debatte in Potsdam!“

Zum Hintergrund:

In der Woche vom 29. Juni bis 3. Juli besucht Ricarda Budke viele Akteur*innen in den Bereichen Bauen und Wohnen in ganz Brandenburg, um Eindrücke für ihre weitere parlamentarische Arbeit und über das Zusammenwirken von Bauen/Wohnen und Klimafreundlichkeit zu sammeln. Anlass der Tour ist die Überarbeitung der Brandenburger Bauordnung im Herbst dieses Jahres. Eine weitere Station im Landkreis ist das Stechlin-Institut am 02.Juli.

Laut Bundesregierung stammen 28 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland direkt oder indirekt aus dem Gebäudesektor (Stand 2018). Die Hälfte entfällt dabei auf Emissionen, die während der Herstellung von Strom, Fernwärme oder Baustoffen erzeugt werden. Diese Emissionen werden fälschlicherweise oft den Emissionen der Energiewirtschaft und Industrie zugerechnet. Dadurch wird unterschlagen, wie wichtig es ist Gebäude energetisch zu sanieren, auf ökologische Baumaterialien umzustellen und alte Heizungen auszutauschen.

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